Der Weißdorn (Crataegus monogyna-eingriffelig)

img 20260507 wa0005



Das Herz der Heckenlandschaft
Der Weißdorn wird mancherorts auch als Hagedorn bezeichnet. Dieser Name stammt von dem althochdeutschen „Hag“ ab, was so viel wie „Einfriedung“ bedeutet. Früher wurde der Weißdorn gerne als Hecke gepflanzt, da seine Dornen und sein undurchdringendes Geäst einen natürlichen Schutz für Mensch und Tier – aber auch vor Geister und Dämonen waren. Leider wurde die Weißdornhecke in der heutigen Zeit durch Holz- und Metallzäune verdrängt – was sehr bedauerlich ist. Denn die Weißdornhecke bietet vielen Vogelarten und kleinen Säugern Zuflucht, Nahrung und Nistplätze.



Botanik – Wer ist der Weißdorn?
Der eingriffelige Weißdorn wächst meist als Strauch oder als kleiner Baum, wird meist nicht höher als sieben Meter und kann bis zu 500 Jahre alt werden.

Der Stamm ist von graubrauner Farbe, wird mit der Zeit aber rissig und dunkelgrau und bildet eine schuppige Borke (wie mit Flechten übersät). Die dichten Äste sind mit zahlreichen Dornen besetzt – daher auch sein Name.

Die kleinen gelappten Blätter sehen wie kleine Ahornblätter aus und sind an der Oberseite dunkelgrün und an der Unterseite hellgrün und glänzend.

Botanisch gesehen gehört der Weißdorn zur Familie der Rosengewächse und er blüht zwischen April und Juni nach dem Blattaustrieb. Zur Info: Die Schlehe, mit der der Weißdorn gerne verwechselt wird, blüht vor dem Blattaustrieb (meist im März).

Die zahlreichen weißlichen Blüten (daher auch der Name) stehen in aufrechten Doldenrispen und riechen gar nicht so angenehm, wie man es vermuten würde. Aber sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Wildbienen und Insekten.

Die reifen, erbsengroßen und tiefroten Früchte erscheinen im September und Oktober und verbleiben in der Regel über den gesamten Winter am Strauch. Daher sind sie im Winter auch noch eine wichtige Nahrungsquelle für zahlreiche Vogelarten.

img 20260507 wa0004



Sammelhinweis
Du kannst die Blüten und Blätter im April/Mai und die Beeren im September/Oktober sammeln. Trockne alle Pflanzenteile an einem gut belüfteten schattigen Ort oder im Backofen bei 50 Grad.

Du findest den Weißdorn häufig an Waldrändern, Hecken, Feldwegen und lichten Hängen.

Neben dem eingriffeligen Weißdorn findest du bei uns auch den zweigriffeligen Weißdorn (Crateagus laevigata). Ihre Eigenschaften sind praktisch identisch – daher kannst du beide Arten sammeln.

Die Inhaltsstoffe können von Pflanze zu Pflanze variieren. Je nach Standort gibt es wirksamere und unwirksamere Pflanzen. Sammel daher besser von verschiedenen Weißdornen.


Heilpflanzenwissen – Der Beschützer unseres Herzens
Der Weißdorn ist bekannt für seine beruhigenden und herzstärkenden Eigenschaften. Die heilkräftigen Wirkstoffe befinden sich vor allem in den Blüten, Blättern und Früchten. Diese sind reich an Flavonoiden, aber auch an Procyanidinen, Gerbstoffen und Triterpenen. Diese Pflanzenstoffe wirken vor allem auf das Herz-Kreislaufsystem. Ihre Wirkung ist besonders bei älteren Menschen mit altersbedingten Degenerationserscheinungen des Herzens erwiesen.

Der Weißdorn soll eine positive Wirkung auf den Herzmuskel und die Gefäße haben. Aber die Schulmedizin hat den Weißdorn bisher nur bei „Herzklopfen infolge von Angstzuständen und Nervosität“ offiziell anerkannt.

Dennoch wurde der Weißdorn schon immer in der Volksheilkunde verwendet und man sagte oft: „Der Weißdorn stärkt das alte Herz und beruhigt das aufgeregte.“

Daher kannst du dir für ein ruhiges Abendritual oder in stressigen Zeiten einen Tee aus Blüten, Blätter und Beeren machen oder du stellst dir ein herzstärkendes Weißdornblüten-Oxymel her.



Rezept für das herzstärkende Weißdornblüten-Oxymel:

Du benötigst:

1 Teil Essig

3 Teile Honig

1 Teil frische Weißdornblüten und/oder Blätter

1 Prise Salz

Vermische Essig und Honig gut in einer Schüssel und rühre das Salz unter.

Zerkleinere grob die Weißdornblüten und -blätter und füll sie in ein verschließbares Glas.

Dann übergießt du alles mit dem Honigessig und verschließt das Glas.

Stell das Glas für etwa 2 Wochen an einem hellen, aber nicht vollsonnigen Platz.

Danach seihst du die Flüssigkeit durch ein Sieb ab und füllst es in eine Flasche.

Anwendung:

Weißdorn sollte immer über einen längeren Zeitraum angewendet werden, damit er seine Wirkung entfalten kann.

Daher kannst du täglich 2 EL des Oxymels mit einem halben Liter Wasser verrühren und über den Tag verteilt trinken.

Haltbarkeit:

Dunkel gelagert hält sich das Oxymel ca. 8 bis 12 Monate.

Das Oxymel punktet durch seinen feinen Geschmack und fördert auch die Verdauung.

Viel Spaß beim Sammeln und beim Ausprobieren!

„Der Weißdorn, das weiß jedes Kind, stärkt Herz und Nerven ganz geschwind!“


Quellenangabe: Phytaro-Ausbildungsmaterial, „Die Kräuter in meinem Garten von Siegrid Hirsch & Felix Grünberger“, „Aromatischer Wald von Doris Kern“, „Unsere Bäume und was sie uns Gutes tun von Christophe de Hody“