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Imbolc

Das Erwachen des Lichts und die Kraft der ersten Wildkräuter

Spürst Du es auch? Die Tage werden wieder länger! In der Nacht vom 1. auf den 2. Februar wurde traditionell das erste Jahreskreisfest gefeiert – Imbolc. Auch wenn in einigen Regionen noch Schnee liegt, regt sich tief unter der Erde bereits das erste Leben. Imbolc ist der Reinigung, der Inspiration, dem sanften Neubeginn und vor allem dem Licht gewidmet. Es ist das Fest der keltischen Göttin Brigid – der Hüterin des Feuers, des Lichts und der Fruchtbarkeit. Sie erweckt nun die Samen in der Erde zum Leben und rüttelt die Bäume aus Ihrem Winterschlaf. Im Christentum wird auch in der heutigen Zeit am 2. Februar ein Fest gefeiert – Mariä Lichtmess. Im Gottesdienst wird die Kerzenweihe vollzogen und mit Mariä Lichtmess endet nun die Weihnachtszeit und auch die letzte Weihnachtsdeko kann nun endgültig eingelagert werden.



In der Kräuterkunde nutzen wir nun Pflanzen, die uns helfen, den ,,Winterballast“ abzuwerfen.

Die Birke – Der Lichtbringer

Sie ist der Baum des Neubeginns. Mit Ihrer weißen Rinde verkörpert sie das Licht und die Reinheit von Imbolc. Sie steht für Reinigung und Frische. Birkenblätter wirken stark entwässernd und reinigend auf Nieren und Blase.


Frühlingsboten – Schneeglöckchen und Krokusse

Sie sind die ersten, die den Kopf durch den Schnee stecken. Während das Schneeglöckchen giftig ist und nur symbolisch für die unbändige Lebenskraft steht, erinnert uns der Krokus an die Rückkehr der Farben und der Energie.


Scharbockskraut:

Sobald der Frost weicht, zeigt sich das Scharbockskraut. Vor der Blüte gesammelt, lieferte es schon unseren Vorfahren das wichtige Vitamin C nach den kargen Wintermonaten. Wichtig: Nur vor der Blüte sammeln, da der Gehalt an Protoanemonin (einem Reizstoff) danach ansteigt.


Vogelmiere:

Eine wahre Überlebenskünstlerin, die oft sogar unter Schnee wächst. Sie ist reich an Kieselsäure, Magnesium und Eisen.


Rosmarin:

Als immergrüner Halbstrauch liefert er uns ätherische Öle, die den Kreislauf anregen und die Konzentration fördern – ideal gegen die typische Wintermüdigkeit.


Wacholder:

Die im Vorjahr gereiften Beeren sind auch reich an ätherischen Ölen. Sie regen die Nierentätigkeit an und fördern die Durchblutung des Unterleibs.

Bitterkräuter (z.B. Löwenzahn):

Sie stimulieren die Produktion von Verdauungssäften in Leber und Galle, was nach der fettreichen Winterkost die Fettverdauung unterstützt.



Reinigende Hausräucherung

Traditionell wurde zu Imbolc das Haus geputzt und im Anschluss wurden Häuser und Ställe ausgeräuchert. Mit einer Hausräucherung befreite man das Haus und auch den eigenen Gemütszustand von der schweren Winterlast. Daher – ran an die Besen, auf zum Frühjahrsputz!

Und für eine reinigende Hausräucherung empfehle ich dir diese Mischung aus folgenden Kräutern:


  • Wacholder: Stark reinigend und schützend.
  • Lavendel und Rosmarin: Bringen Klarheit und frischen Schwung.
  • Weihrauch & Zimt: Ehren das zurückkehrende Sonnenlicht.
  • Beifuß: Unterstützt den Übergang in eine neue Lebensphase.
  • Engelwurz: Schenkt Licht und Zuversicht in dunklen Zeiten.



Ich persönlich werde dieses Jahr folgende Imbolc-Rituale durchführen:

Lichtmess-Kerzen: Zünde eine oder mehrere weiße Kerzen an, um das zurückkehrende Licht zu ehren.

Kräuterbad: Nimm ein Bad mit reinigenden Kräutern z.B. mit Rosmarin oder Fichtennadeln.

Samenweihe: Mische zu deinen Samen, die du dieses Jahr in deinem Garten oder auf dem Balkon pflanzen möchtest, etwas getrockneten Rosmarin für die Klärung und etwas Beifuß für den Schutz. Segne die Samen mit deinen Wünschen für 2026, bevor du sie im Frühling aussäst.

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