Lavendel (Lavendula angustifolia)

Der Lavendel, mit seinem intensiven und unverkennbaren Duft, wird schon seit Jahrtausenden als Heilpflanze genutzt. Bereits die alten Ägypter verwendeten ihn zur Einbalsamierung und die Römer nutzten ihn als Zeremonienkraut, vor allem für ihre Soldaten. Stand eine Schlacht bevor, holte man sich mit dem Duft der blauen Blüten Mut.

Womit wir schon bei seiner ersten Wirkungsweise sind: Der Lavendel ist tatsächlich ein klassisches Nervenberuhigungsmittel. Er hilft bei Stress, beruhigt uns und lässt uns wieder durchatmen. Tees aus den Blüten können bei Unruhezuständen, nervöser Erschöpfung und bei Einschlafstörungen helfen.

Mich beruhigt alleine schon der Blick auf den Lavendelstrauch in meinem Garten. Wenn ich mit einer Tasse Tee dem Summen und Herumschwirren der zahlreichen Hummeln, Bienen und Schmetterlingen zuschaue, bringt mich das schon runter. Zum Schluss noch mal die Hand durch den Lavendel streifen lassen und diesen intensiven Duft tief einatmen – was gibt es Schöneres!

Und nun sind wir schon bei der zweiten wichtigen Wirkungsweise: Der Name “Lavendel“ leitet sich vom lateinischen „lavare“ = waschen ab. Die Römer verwendeten schon das wohlriechende Kraut als Badezusatz und auch die Perser und Griechen verbrannten Lavendelzweige in Krankenzimmern und Pesthäusern. Man streute ihn auch großzügig auf die (Lehm)-Fußböden. Im 17. Jahrhundert entdeckte man, dass sich die Lavendelpflücker der Provence niemals mit Tuberkulose infizierten, obwohl die Krankheit in diesem Landstrich grassierte. Lavendel ist daher ein perfektes Desinfektionsmittel und reinigt die Luft in Räumen.

Nicht umsonst wirbt die Putzmittelindustrie mit dem unverkennbaren Lavendelduft in Seifen und Putzmitteln.

Ein wenig in Vergessenheit geraten sind die Lavendelduftsäckchen, die man in den Kleiderschrank hängte oder in die Schubladen legte. Vielleicht kommt der ein oder andere ja doch wieder darauf zurück und verwendet die Duftsäckchen anstelle der chemischen Dufttücher aller handelsüblichen Drogerien. Lavendelsäckchen geben der Kleidung auch einen Frischeduft und halten dabei auch noch zuverlässig Motten ab und Hausstaubmilben fern.

Nun fehlt aber noch eine dritte, ganz tolle Wirkungsweise und deshalb habe ich immer ein Fläschlein ätherisches Lavendelöl als „Erste-Hilfe-Bestandteil“ daheim: Es gehört zu den wenigen ätherischen Ölen, die direkt auf die Haut aufgetragen werden können. Daher lässt es sich als Wundheilmittel unverdünnt bei Verbrennungen und kleinen Verletzungen auftragen.

Auch im Urlaub habe ich immer ein kleines Fläschlein Olivenöl mit einigen Tropfen ätherischem Lavendelöl gegen Sonnenbrand dabei.

Genauso gut könnt ihr euch auch ein Lavendelöl selbst herstellen.

Dazu füllt ihr Lavendelblüten zu einem drittel in ein Schraubglas und füllt dieses mit Distelöl auf.

Dann lasst ihr es ca. 14 Tage an einem warmen, aber nicht sonnigen Platz ziehen. Anschließend abseihen und fertig ist euer Lavendelöl.

Ihr seht – Lavendel ist nicht nur im Garten schön anzuschauen – nein, er kann noch so viel mehr!

Nun aber noch einen Abstecher in die Botanik:
Der Lavendel gehört zur Pflanzenfamilie der Lippenblütler.

Er ist ein winterharter, mehrjähriger, stark duftender Halbstrauch mit langen, dünnen, vierkantigen Stängeln. Die Blätter stehen gegenständig, sind schmal-lanzettlich geformt und von silbrig-grüner Farbe.

Schaut euch mal den Lavendel genauer an. Er besteht aus vielen winzigen blauvioletten

Einzel-Blüten, die an relativ langen Stielen, endständige ährenartige Blütenstände ausbilden. Diese wiederum bestehen aus verdichteten Blütenquirlen.

Es gibt viele Zuchtformen. Wenn ihr den echten Lavendel haben wollt, müsst ihr auf die botanische Bezeichnung „Lavandula angustifolia“ achten.

Gesammelt werden die voll entfalteten Blüten. Schneidet diese ab und hängt sie zu kleinen Bündeln gebunden kopfabwärts zum Trocknen auf. Die Blüten könnt ihr später abrebeln und luftdicht und trocken aufbewahren.

Und zum Abschluss das Rezept für ein Lavendel-Kissenspray:

Ihr benötigt:

  • 60 ml destilliertes Wasser
  • 40 ml Wodka – dieser ist geruchsneutral
  • 25 Tropfen ätherisches Lavendelöl.

Zubereitung:

  • Alle Zutaten in eine Zerstäuberflasche füllen und gut schütteln.
  • Mit etwas Abstand auf das Kissen sprühen und kurz einwirken lassen.
  • Danach den feinen Duft genießen.

Schlaft schön!




Quellen: Phytaro-Arbeitsmaterial Kräuterfachfrau, ,,Die Kräuter in meinem Garten,, (Siegrid Hirsch & Felix Grünberger), ,,Natürlich sauber,, (Doris Kern)